Erschreckende Zahlen: Nokia auf dem absteigenden Ast

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Nokia und sein Lumia 610: Verschafft es ein wenig mehr Aufschwung? Bild: Nokia

Der finnische Smartphone-Hersteller Nokia kämpft aktuell an allen Fronten. Erst gestern berichtete Phoneseven.de darüber, dass viele Manager großer Mobilfunk-Unternehmen in ganz Europa die Strategie der Finnen anzweifeln und sich auch kritisch gegenüber Microsofts mobilen Betriebssystem Windows Phone äußerten. Neue Nahrung bekommen die Kritiker durch die jüngsten Zahlen, die Nokia jetzt veröffentlichte. Und die sind sehr erschreckend. Fast eine Milliarde Euro, exakt 929 Millionen Euro, beträgt der Verlust des finnischen Konzerns zum Jahresbeginn. Dabei war es im ersten Quartal noch ein Gewinn von rund 350 Millionen Euro gewesen.

Die Einbußen, die Nokia im Bereich seiner Smartphones mit dem mobilen Betriebssystem Symbian hinnehmen musste, wollten die Finnen eigentlich durch ihre Lumia-Serie auffangen, von der im Herbst 2011 die ersten zwei Modelle mit Windows Phone 7.5 alias Mango an den Start gingen. Doch verkauft wurden bis Jahresfrist nur zwei Millionen Stück. Und so sank dann der Verkauf von Smartphones auf fast die Hälfte, insgesamt wurde die 12-Millionen-Marke nicht ganz erreicht. Wenn man überhaupt etwas Positives aus den Zahlen ziehen kann, dann den Vergleich zum Vorjahr, als Nokia mit 1,16 Milliarden Euro einen noch größeren Verlust vermelden musste. Trösten wird das in Reihen der Skandinavier kaum jemanden.

Nokia kommt mit der rasanten Entwicklung nicht mehr hinterher

In einem Statement zu diesen Zahlen sprach Nokia-Boss Stephen Elop und begründete die Verluste vor allem damit, dass das Unternehmen in den bisherigen Entwicklungsländern nicht mehr so sehr punkten konnte wie in der Vergangenheit, da sich auch dort die Technik immer schneller verändere. Personelle Konsequenzen sind bereits sichere Sache: So räumt Verkaufschef Colin Giles seinen Stuhl noch im Sommer. Das Unternehmen nennt familiäre Gründe für den Rückzug. Niklas Savander wird künftig den Job von Giles übernehmen. Zu beneiden ist er sicherlich nicht. Denn rund um den Globus gab es keine einzige Region, in dem die Finnen ihre Einnahmen zumindest einigermaßen stabil halten konnten. In China verzeichnete Nokia sogar Einbußen von rund 70 Prozent.


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